3.1.2 die Rotzeichnung

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Das Weibchen präsentiert bei der Balz seinen Hintern. Unser besonderes Augenmerk galt einem weiteren Signal, der sogenannten Rotzeichnung der Lippen. Sie unterstreiche die überreife Fruchtbarkeit und teile dem Balzpartner mit, dass er seinen Samen beruhigt ablegen könne, folgerte Professor Jaumondlein. Hiezu gilt es zu ergänzen, dass die Rotzeichnung in allen Lebenssituationen vorkommt. Es müssen also noch andere Signale ausgesendet werden. Wir glauben, dass mit der Rotzeichnung die Bewegung der Lippen hervorgehoben und verstärkt wird, wenn sie sich beim Sprechen öffnen und schliessen. Diese Mundzentrik erhöht die Aufmerksamkeit der verbalen Partner, und wahrscheinlich sogar deren Toleranz, was das Kommunizierte angeht. Im weiteren gibt das Weibchen mit der Rotzeichnung seine Bereitschaft zur Nahrungsaufnahme zu erkennen, indem der Mund an die extremen Mundbewegungen der Jungen erinnert. Es erzielt grössere Nahrungserfolge, indem ihm Nahrung geschenkt wird oder es grössere Nahrungsanteile als die anderen erhält.
Manchmal übt die Rotzeichnung aber auch eine Abwehrfunktion gegen natürliche Feinde aus. Oftmals werden in diesem Fall zusätzlich zu den Lippen auch die Haare und Nägel rot gefärbt. Dies erinnert die Feinde an einen brennenden Busch. Mit diesem Symbol sind dunkle Prophezeihungen aus der menschlichen Frühzeit verbunden, und Furcht wird bei den Feinden erweckt. Ebenfalls wird an Feuer, an Blut und an schmerzende Füsse erinnert.