9.1.3.1 Schnappchen und Rabatt

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In meiner Testreihe, mit besonderem Augenmerk auf den Gefühlshaushalt und die Hormonausschüttung, wurden die Testmenschen in eine kontrollierte Hort-Situation versetzt, und in ihr Hirn wurden Reiz-Bilder von beliebten Hort-Objekten eingespeist. Dabei konnten wir eine auffällige Übereinstimmung im verbalen Bereich feststellen. Die Reiz-Bilder lösten immer wieder folgende aufgeregten Rufe aus: ‘Schnappchen! Schnell Schnell Schnappchen!’ und ‘Profit in den Beutelsack! Profit in Beutelsack schlagen!’ Beides sind Zaubersprüche, mit denen die Zeitgeister um ihren Beistand gebeten werden.
Ein noch undeutlicher Faktor ist das Phänomen des sogenannten Rabatts, das zu übersteigerter, fieberhafter Aktivität bis zur Erschöpfung führt. Ich bin überzeugt, dass der Besitz von Hort-Objekten die Gunst des Überwesens (in der Menschenwelt Gott) anzeigt. Mit Hilfe des Rabatts nun kann der erfolgreich hortende Mensch den Zustand eines Untoten erreichen: inmitten seiner Hort-Objekte gleicht er dann einem Toten, dessen Grab mit reichen Gaben gefüllt wurde und der bereit ist, vor das Überwesen zu treten.
Die gehorteten Gegenstände deuten auch auf eine Vervielfachung der persönlichen Existenz hin: ein einziger Mensch hortet Futter, Felle oder andere Ersatzhaut für 20, 50, 100 Menschen. Der hortende Mensch überwindet seine individuelle Begrenzung und nimmt eine Vielfach-Existenz an. Die angehäuften Hort-Objekte bestätigen seine Ausdehnung. Hier lässt sich eine Verbindung zur menschlichen Frühgeschichte herstellen: wie beim Tanz um das Feuer, bei dem die Fussspuren dichter und dichter in den Boden gestampft werden, vermehrt sich der hortende Mensch mit der Herde seiner Hort-Objekte mehr und mehr.