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Bimbo for President!

Sympathien kaufen, Stimmen kaufen, Sitze kaufen, Wahlen kaufen! Vollkommener Unsinn! Nicht ökonomisch, nicht ökologisch, nicht rationell, nicht modern! Nein! Das ganze marode Kandidatentum und Nachfolgegeschiebe muss ganz einfach in sich zusammenfallen. Die Zeit ist reif!

Noch einmal dreht sich die Welt; der Spitzenkandidat und Liebling der Medien winkt das letzte Mal lächelnd seiner applaudiernden Gefolgschaft zu. Er hat gerade noch Zeit, sich unter dem anschwellenden Jubel der Menge schwungvoll zu verbeugen, sein Markenzeichen - dann passiert es! Ganz plötzlich bricht das Kandidatentum in sich zusammen, ohne einen Laut. Die unbekannte Bahn.

Niemand weiss genau warum, Tatsache aber ist, dass der Elefant des Zoos, da er morgens um 8.30 Uhr aus seinem Betonhaus ins freie Betongelände tritt, zum Präsidenten ausgerufen wird. Einen Moment lang herrscht Verwirrung, und man sieht den Schock in den Gesichtern der Analysten. Welch ein Jubel dann aber losbricht! Lang lebe der Elefant, gebe Gott oder wer eine glückliche Präsidentschaft! Welch ein Imagegewinn auf einen Schlag, für Zoo, Partei, das Land, die Welt! Ein Präsident mit durchdringender Stimme, mit gutem Appetit und einem charakteristischen Dickkopf.

Oder aber ein heller Sonnenstrahl fällt auf die Wandtafel der 2c Mägenwil, welche folglich die Geschicke der Stadt, des Landes, der Welt in die Hände nimmt. Um dem Einfluss der Lehrerschaft zu entgehen, schliesst sich die Klasse im Coop-Luftschutzkeller ein und verbreitet ihre Beschlüsse über die Mutter von Petra Beck. Die Verwaltung plant die Atomsicherheit des Kellerraums sowie die sichere und kostengünstige Evakuierung und Exilierung der 2c im Kriegsfall.

Dies aber nur falls nicht Presslufthammer neuer Präsident wird! Teermaschinen und Bodenwalzen im erweiterten Mitarbeiterinnen-Stab. Das ist eine Erneuerung, die Basis kann sich nicht beklagen! Nur die konservativen Elemente ringen natürlich wieder mit sich.
«Kandidat Presslufthammer ist unerfahren», mäkeln sie. Die virtuelle Präsidentin mit Kampfbusen, deren Wahl sie vorbereitet hatten, wirkt plötzlich verstaubt. «Erneuerung ja», sagen sie, «wir glauben aber, dass die Zeit für Presslufthammer noch nicht reif ist.»

Dies das letzte Statement, bevor Presslufthammer sein Amt antritt und kein Wort mehr zu verstehen ist. Alle werden lernen müssen. Zu kaufen gibt es nichts mehr. Offenheiten für neue Situationen, Flexibilitäten und forciertes strategisches Umdenken sind jetzt gefragt.